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Die Rolle des Sicherheitsbeauftragten im Unternehmen

 Sicherheit am Arbeitsplatz hat höchste Priorität. Damit die aufgestellten Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden, kommt eine Reihe von Personen zum Einsatz. Eine Gruppe sind die Sicherheitsbeauftragten (auch Sicherheitsvertrauenspersonen genannt). Ihre Aufgabe besteht darin, bei der Durchsetzung von Sicherheitsmaßnahmen im Betrieb mitzuwirken.

 

Das geschieht auf unterschiedliche Weise und ist unter anderem abhängig vom Unternehmen sowie dem jeweiligen Arbeitsbereich, in dem der Sicherheitsbeauftragte eingesetzt wird.

 

Warum braucht man einen Sicherheitsbeauftragten?

 

Einerseits ist das Vorhandensein eines solchen Sicherheitsbeauftragten häufig gesetzlich vorgeschrieben, andererseits belegen aktuelle Statistiken über Unfallzahlen und –kosten, dass Arbeitsschutzmaßnahmen dringend erforderlich sind und darüber hinaus unbedingt eingehalten werden sollten.

 

Immerhin belaufen sich die jährlich vom Staat und der österreichischen Wirtschaft zu tragenden Unfallkosten auf rund 1,5 Milliarden Euro. Bei den deutschen Nachbarn sieht es mit 15 Milliarden Euro noch dramatischer aus, wobei hier auch mehr Firmen ansässig sind. Dabei könnten viele Arbeitsunfälle vermieden werden, würden die Sicherheitsvorschriften eingehalten und korrekt umgesetzt. Dafür sorgen die Sicherheitsbeauftragten, deren Wirken nachweislich positive Erfolge vorweist.

 

Wie wird man Sicherheitsvertrauensperson?

 

Die gesetzlichen Regelungen können im § 10 des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) nachgelesen werden. Zur Sicherheitsvertrauensperson werden Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen, die über eine entsprechende Zusatzausbildung in den Schwerpunkten Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Unfallverhütung verfügen. Sie werden bestellt.

 

An der Bestellung sind ebenfalls Arbeitnehmervertreter wie der Betriebs- oder Personalrat beteiligt. Auch der Sicherheitsbeauftragte selbst ist ein Teil der Arbeitnehmervertretung. Er informiert die Arbeitnehmer über Maßnahmen zum Schutz ihrer Gesundheit und ihrer Sicherheit. Ferner unterstützt er die Arbeitnehmer bei der Umsetzung derselben.

 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

 

Dieses oft gehörte Zitat von Lenin kommt in mannigfaltigen Bereichen zum Tragen und hat gleichfalls in Unternehmen seinen berechtigten Platz. Es ist der Sicherheitsbeauftragte, der für die Kontrolle des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit in den Firmen zuständig ist.

 

Ab einer Beschäftigtenzahl von mehr als 10 Arbeitnehmern muss eine Sicherheitsvertrauensperson bestellt werden. Sie übernimmt in regelmäßigen Abstände Kontrollgänge durch den Betrieb und achtet auf mögliche Sicherheitsmängel. Jene können sowohl im Arbeitsumfeld beispielsweise am Boden oder an den Maschinen als auch an den Arbeitnehmern/Arbeitnehmerinnen ins Auge fallen.

 

Hat der Sicherheitsbeauftragte einen Mangel festgestellt, muss er unverzüglich für dessen Abstellen sorgen oder zumindest eine schnellstmögliche Beseitigung anstreben und bis dahin Vorkehrungen treffen, um Unfälle zu vermeiden.

 

Trotz seiner Kontrollfunktion darf der Sicherheitsbeauftragte nicht als eine Art bärbeißiger Aufseher verstanden werden, der während seiner gesamten Arbeitszeit nur auf der Suche nach Mängeln ist. Er steht den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen weiterhin beratend zur Seite, treten bei diesen Fragen rund um Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz auf.

 

So können sich beispielsweise schwangere Arbeitnehmerinnen über spezielle Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz ihres ungeborenen Kindes beraten lassen oder allgemein Arbeitnehmer mit dem Wunsch nach Präventionsmaßnahmen an ihren Sicherheitsbeauftragten herantreten.

 

Der Werdegang eines Sicherheitsbeauftragten

 

Über die geplante Bestellung zur Sicherheitsvertrauensperson wird der oder die Betreffende üblicherweise hingewiesen. Bevor diese verantwortungsvolle Aufgabe ausgeübt werden darf, ist die Teilnahme an einem mindestens 24 Unterrichtseinheiten umfassenden Seminar Pflicht.

 

Die Ausbildung nimmt zumeist zwei bis drei Tage in Anspruch. Sie kann mittlerweile auch auf E-Training-Plattformen wie der von Health & Safety absolviert werden. Da in der Regel die Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten berufsbegleitend erfolgt, ist das für viele eine äußerst zeitsparende Angelegenheit.

 

Gerade kleinere Unternehmen profitieren vom E-Training, das ganz individuell auf die Gegebenheiten im Betrieb zugeschnitten werden kann. Schließlich sind nicht in jeder Firma die gleichen Gefahren präsent. War die Teilnahme erfolgreich, gibt es ein Zertifikat, welches die Person als ausreichend qualifiziert für die Wahrnehmung der Aufgaben als Sicherheitsvertrauensperson ausweist.

 

Aufbau und Inhalte der Ausbildung

Der Inhalt der Ausbildung ist überwiegend theoretischer Natur. Zuerst einmal wird sich mit den gesetzlichen Grundlagen – das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) und seine Verordnungen – befasst. Des Weiteren werden die zukünftigen Sicherheitsvertrauenspersonen über ihre Aufgaben in Kenntnis gesetzt. Weitere Themen sind Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Brand- und Explosionsschutz sowie die Zusammenarbeit mit den Präventivfachkräften. Da es hauptsächlich darum geht, Unfälle und Gesundheitsgefahren zu verhindern, steht der Faktor Mensch im Vordergrund. Der frischgebackene Sicherheitsbeauftragte wird über die ergonomische Einrichtung von Bildschirmarbeitsplätzen ebenso Bescheid wissen wie über die richtige Beleuchtung von Arbeitsplätzen sowie die psychischen und physischen Belastungen, denen die Arbeitnehmer/innen ausgesetzt sind. Er weiß um die Gefahren von Staub, Vibrationen und Lärm und wie man jene bekämpft und Belastungen dadurch so gering wie möglich hält. Er kann die Bestandteile einer persönlichen Schutzausrüstung benennen und erklären, was wozu dient, wer es tragen muss und wie. Selbstverständlich sind ihm zudem die Arbeitsmedizin, Arbeitsstoffe und der Schutz vor elektrischen Gefahren keine Fremdwörter. Zu guter Letzt ist die Sicherheitsvertrauensperson in der Lage, eine sach- und fachgerechte Bewertung von Arbeitsplätzen vorzunehmen. Gleichfalls wird sie Unterweisungen und Schulungen im Umgang mit Arbeitsmitteln sowie zur Maschinen- und Gerätesicherheit geben können.

 

Weitere wissenswerte Fakten zum Sicherheitsbeauftragten im Unternehmen

 

Der Sicherheitsbeauftragte wird jeweils für 4 Jahre bestellt. 8 Wochen vor Ablauf des Bestellungszeitraums muss ein Nachfolger benannt und sein Name an das Arbeitsinspektorat weitergegeben werden. Gewisse Umstände können dazu führen, dass die Sicherheitsvertrauensperson von ihrem Amt entbunden wird:

 

Der oder die Betreffende gibt die Funktion zurück.

Wird der oder die Betreffende versetzt und verlässt dadurch seinen Wirkungsbereich, erlischt die Funktion als Sicherheitsbeauftragter.

Gleiches gilt, wenn das Dienstverhältnis mit der bestellten Person beendet wird.

Die Sicherheitsvertrauensperson ist über 8 Wochen lang nicht in der Lage, ihre Tätigkeit auszuüben.

 

Wie viele Arbeitnehmer bedingen welche Anzahl von Sicherheitsbeauftragten?

 

Wie viele Sicherheitsbeauftrage in Österreich im Unternehmen erforderlich sind, richtet sich nach der Anzahl der regelmäßig beschäftigten Mitarbeiter/innen. Sind es mehr als 10 Arbeitnehmer/innen, reicht ein Sicherheitsbeauftragter aus. Bei 51 bis 100 Arbeitnehmer/innen steigert sich die Zahl der notwendigen Sicherheitspersonen auf 2. Beträgt die Zahl der Beschäftigten zwischen 101 und 300, sind es 3.

 

Zwischen 301 und 500 sind es 4. Eine Beschäftigtenzahl zwischen 501 und 700 verlangt nach 5 Sicherheitsbeauftragten. Zwischen 701 und 900 sind es 6, zwischen 901 und 1.400 ist die Bestellung von 7 Sicherheitspersonen notwendig.

 

Ab 1.401 bis 2.200 bedarf es 8 Sicherheitsbeauftragter. Danach erweitert sich der Kreis der Sicherheitspersonen um jeweils eine weitere in 800er-Schritten, wobei Bruchteile von 800 für voll gerechnet werden.

 

 


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