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Hitze am Bau

 Hitze am Bau: So kommt ihr sicher durch den Sommer

 

Im Sommer wird jede Bewegung zur schweißtreibenden Angelegenheit. Wohl dem, der nicht arbeiten muss und sich ein schattiges Plätzchen aussuchen kann. Doch was ist mit denjenigen, die der Hitze nicht entkommen können? Vor allem bei Arbeiten im Freien (wie zum Beispiel am Bau) sind die Arbeiter der Sonne ausgeliefert und müssen stundenlang bei sengender Hitze schwere körperliche Arbeit verrichten. Was tun bei der Sommerhitze?

 

Bei hohen Temperaturen steigt die Unfallgefahr

 

Auf bis zu 42 Grad klettert das Thermometer in der schönen Jahreszeit. Von schön kann dann allerdings nur noch die Rede für Menschen sein, die Urlaub haben und ihre Zeit im Schwimmbad verbringen können. Auf dem Bau brennt die Sonne erbarmungslos herab und es scheint von Minute zu Minute heißer zu werden. Mit steigenden Temperaturen steigt auch die Unfallgefahr. Der menschliche Körper ist enormen Belastungen und Gesundheitsgefahren ausgesetzt.

 

Selbst wenn man körperlich nichts spürt, ist das Leistungs- und Denkvermögen eingeschränkt. Sofern es durchführbar ist, sollten daher anspruchsvolle Arbeiten nicht unbedingt in der Mittagszeit ausgeführt werden. Lässt es sich realisieren, kann eine Verlegung der Arbeitszeit in die frühen Morgen- beziehungsweise Abendstunden erfolgen. Eventuell ist vielleicht sogar das Einlegen von Nachtschichten in Hitzeperioden möglich.

 

Die Sonne und ihre Schattenseiten

 

Wer in der prallen Sonne arbeiten muss, sollte auf keinen Fall auf eine Kopfbedeckung verzichten. Der Kopf ist besonders empfindlich gegen Sonneneinstrahlung. Zu viel davon kann zu einem Sonnenstich, einer Hitzeerschöpfung oder einem Hitzschlag führen. Die Symptome sind Übelkeit, Schwindel und/oder Bewusstseinsstörungen. Treten diese auf, sollte der Betroffene sofort in den Schatten und dort in die stabile Seitenlage gebracht werden. Zum Kühlen des Körpers wird jener mit kühlem (nicht kaltem oder gar eiskaltem!) Wasser übergossen. Da Lebensgefahr besteht, ist umgehend die Rettung zu verständigen.

 

Nicht zu unterschätzen ist weiterhin die auf den Bauarbeiter einwirkende UV-Strahlung. Durch eine Studie der deutschen Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wurde bewiesen, dass auf dem Bau tätige Arbeitnehmer wie Dachdecker, Maurer und Straßenbauer einer fast fünfmal so hohen Strahlendosis ausgesetzt sind wie in geschlossenen Räumen arbeitende Menschen. Wer hier „nur“ einen Sonnenbrand fürchtet, dem sei gesagt, dass UV-Strahlung nicht ausschließlich auf die Haut und sofort wirkt. Ein Sonnenbrand geht zwar nach einigen Tagen wieder vorbei, die Spätfolgen wie etwa Hautkrebs zeigen sich aber meist erst viele Jahre später.

 

Seit dem Jahre 2000 hat sich die Zahl der Hautkrebsneuerkrankungen um fast 50 Prozent erhöht. Wurden um die Jahrtausendwende noch 1.079 Neuerkrankungen in Österreich gezählt, waren es 2012 schon mindestens 1.596 Betroffene, bei denen die Hautärzte ein malignes (bösartiges) Melanom diagnostizierten. Das hört sich erst einmal nicht viel an, wohlgemerkt ist dies aber nur die Zahl der Neuerkrankungen. Am Ende des Jahres 2012 gab es rund 18.000 Hautkrebspatienten. Die Sterberate bei dieser Art von Krebs liegt bei etwa 2 Prozent.

 

 

Die Österreichischen Männer sind Sonnenschutzmuffel

 

Die Statistik bringt nicht nur die Zunahme der Hautkrebserkrankungen in den letzten Jahren ans Licht, sie verrät außerdem, dass häufiger Männer als Frauen betroffen sind. Das wird auch auf die Art sich zu kleiden zurückgeführt. Bauarbeiter sind dafür ein gutes Beispiel. Kommt man im Sommer an einer Baustelle vorbei, sieht man nicht selten einen Großteil der Belegschaft mit nacktem Oberkörper ihr Tagwerk verrichten. Das scheint aus Gründen der Wärmebelastung allzu verständlich, lässt aber das Sonnenbrand- und damit Hautkrebsrisiko um ein Vielfaches ansteigen.

 

Experten raten vom Arbeiten mit freiem Oberkörper ab und stattdessen zum Tragen von leichter luftdurchlässiger Kleidung, eventuell mit integriertem Sonnenschutz. Vor allem Männer tun sich mit der Verwendung von Sonnencreme häufig schwer, sollten jedoch zum Wohle ihrer Gesundheit auch im bekleideten Zustand nicht darauf verzichten. Empfohlen werden Sonnenschutzprodukte mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30.

 

UV-Strahlung ebenfalls gefährlich für die Augen

 

Sind die Augen permanenter UV-Strahlung ausgesetzt, kann es zu chronischen Schäden an der Netzhaut kommen. Sie wiederum begünstigen die Entstehung von Grauem Star. Eine Sonnenbrille – möglichst mit seitlich angebrachten Schutzelementen - stellt einen guten Schutz dar, ist aber für den Bau oft ungeeignet. Besser ist eine Schirmmütze oder Baseballkappe, die dafür sorgt, dass die Augen stets im Schatten sind. Zugleich ist sie ein idealer Schutz für den Kopf. Ist das Tragen eines Helms auf der Baustelle Pflicht, hat sich der Gedanke über einen ausreichenden Kopf- und Augenschutz in der Regel bereits erledigt. Hier sollte aber noch danach geschaut werden, dass ein zusätzlicher Nackenschutz angebracht ist beziehungsweise verwendet wird, um diese empfindliche Körperpartie zu schützen.

Bis zu fünf Liter Schweiß produziert der Körper eines Bauarbeiters im Sommer pro Tag, mindestens vier Liter Flüssigkeit sollten daher zugeführt werden. Bestens geeignet dafür sind Getränke wie Mineralwasser, Tee oder Fruchtschorlen.

 

Das steht im Österreichischen Gesetz

 

Für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu sorgen, ist Pflicht eines jeden Arbeitgebers. Gemäß § 66 Satz 2 des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) hat der Arbeitgeber die Arbeitsvorgänge und Arbeitsplätze entsprechend zu gestalten und alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, damit die Arbeitnehmer keinen erheblichen Beeinträchtigungen durch blendendes Licht, Wärmestrahlung, Zugluft, üblen Geruch, Hitze, Kälte, Nässe, Feuchtigkeit oder vergleichbare Einwirkungen ausgesetzt sind oder diese Einwirkungen möglichst gering gehalten werden.

 

Es liegt also im Verantwortungsbereich der Unternehmen, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Das reicht von der Zurverfügungstellung von Getränken über das Aufstellen von Sonnenschirmen, Zelten oder Sonnensegeln als Schattenspender bis hin zur Verlegung der Arbeits- und Pausenzeiten. So sollte es nicht nur eine Frühstücks- und Mittagspause geben, sondern stattdessen pro Stunde fünf bis zehn Minuten Pause eingeräumt werden. Wird nicht unter freiem Himmel, sondern in Bauwerken gearbeitet, hat der Arbeitgeber für eine gute Belüftung zu sorgen. Baumaschinen- und Baggerführer sowie LKW-Fahrer wird die Nutzung von der üblicherweise vorhandenen Klimaanlage angeraten.

 

 

Das ASchG sieht ferner vor, dass der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer ordnungsgemäß zu unterweisen hat beziehungsweise eine dazu befugte Person beauftragt. Eine solche Unterweisung beinhaltet das richtige Verhalten auf der Baustelle bei sommerlichen Temperaturen ebenso wie die Bestimmung von Ersthelfern und das Geben von Erste-Hilfe-Anweisungen für Notfälle. Unterbleibt eine derartige Sicherheitsunterweisung, ist der Arbeitgeber bei daraus resultierenden Unfällen oder Erkrankungen in der Haftung.

 

Anders verhält es sich jedoch, wenn eine Unterweisung erfolgt ist, ein Arbeitnehmer jedoch gegen die Anweisungen verstößt und beispielsweise nicht die angeordnete Schutzausrüstung trägt oder die vorgegebenen Arbeitszeiten nicht einhält. Auf der Seite von Health & Safety gibt es wertvolle Tipps zum Vorbeugen von Unfällen sowie der Arbeitssicherheit am Bau speziell für die Sommermonate.


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